Australien  Seit den 90er-Jahren ist das «neue» Weinland Australien nicht mehr aus Weinlisten, -karten und -kellern wegzudenken. Südaustralien pfl egt eine lange Weintradition, in jüngster Zeit führten sie «den dynamischsten, kreativsten und selbstkritischsten Weinbau der Welt» (Hugh Johnson). Allein zwischen 1984 und 98 verzwanzigfachte sich der Export, und den Ausdruck Flying Winemakers prägten australische Weinexperten, welche die Innovationen aus ihrem Land z. B. nach Frankreich trugen.
Auch den verwöhntesten europäischen Weingaumen begeistern einmalige Gewächse, die mit offener reicher Frucht und «heisser Süsse» aufwarten. Wohl die schönsten dieser unverwechselbaren Exemplare stammen von uralten Reben der Sorten Shiraz (Syrah) und Grenache.
Natürlich lässt sich sagen: warum in die Ferne schweifen, denn das Gute liegt so nah. Allerdings können die australischen Urrebstöcke wesentlich älter werden als die Rhône- und die Provence-Beispiele, weil erstere originale, ungepfropfte Pflanzen sind. So verwundert es keineswegs, dass manch einem Winzer aus Frankreich beim Anblick dieser herrlich knorrigen, dicken «Monster» das Augenwasser kommt. 
Zur Einstimmung in dieses Kapitel oben die herrlichen Rebberge von Dalwhinnie in den Victorian Pyrenees und Winemaking à l‘ancienne mit der 2007er Ernte bei Coriole.
Diese sanfte Methode mit Körpereinsatz wird also nicht nur bei einigen der grossen traditionellen Weingüter in Frankreich weiterhin angewendet.

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