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Kleines Glossar


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AlkoholOb mit wenigen 4 bis 8 Volumenprozenten (süsser Moscato, deutscher Riesling) oder mächtigen 15 bei wuchtigem australischem Shiraz: ohne ihn ist Wein nicht Wein. Ein idealer Anteil macht ihn ausgewogen, ein zu kleiner unsinnlich, ein zu grosser brandig und plump. Ähnlich ist es mit der Wirkung auf den Menschen...
BarriqueEin Barrique (auch fût oder pièce) fasst 225 Liter. Im Gegensatz zum Stahltank beeinflusst dieses Eichenfass Charakter, Struktur und Geschmack eines Weines, insbeson­dere ein neues und je nach Stärke des Brandes (die Dauben werden an den Innenseiten mit Feuer erhitzt). Ob zum Vor- oder zum Nachteil, kann schon von Fass zu Fass variieren. Das Barrique soll den Wein und seine Komplexität fördern, nicht sich selbst zelebrieren.
BioEs ist noch gar nicht so lange her, als man für die Bearbeitung der Reben an Zaubermittel glaubte: Chemie und Kunstdünger. Die ersten Gegner dieser Methoden waren Idealisten, oft auch Debütanten. Bio meinte dann nicht selten: gut gemeint. Heute weiss jeder Qualitätsproduzent, dass guter Wein nur in Partnerschaft mit der Natur möglich ist. Integrierte Produktion, biologisch oder biodynamisch ist quasi selbstverständlich geworden, ohne dass dies jede Etikette mit irgendwelchen Labels deklariert. Bio allerdings sagt auch heute noch gar nichts aus über Charakter und Qualität eines Weines, denn biologisch können auch Weinfehler, Essig oder fade Tropfen sein. Wer gesunde Speisen zubereitet, ist deswegen auch nicht schon ein guter Koch.
InteressenkonflikteDass eine Gesell­schaft die gesetzgebende, die regieren­de und die richtende Gewalt trennt, hat sich bewährt. So wollen wir als Händler unsere eigenen Weine nicht mit Punk­ten bewerten. Umgekehrt darf man die Objektivität von Autoren hinterfragen, welche mit Weinen handeln, über die sie berichten. Oder Fachblätter, die sich mit Weininseraten finanzieren.
KultVerliebt sein in einen göttlichen Tropfen kann man auch im Bewusst­sein, dass Wein schlicht und einfach vergorener Traubensaft ist.
MomentDen Moment zu (er-)leben und zu geniessen ist Lebenskunst. Alle Weinerlebnisse sind einmalig, bestimmt vom aktuellen Befinden des Weines und der ihn Geniessenden, beeinflusst von Lust und Laune, Luft und Liebe, Tages-, Nacht- oder Jahreszeit...
ParkerDie Texte des amerikanischen Weinkritikers Parker haben der Wein­welt viel gebracht. Dass sich Kon­sumenten und Produzenten seiner Notengebung unterwerfen, war der Weinkultur jedoch kaum förderlich.
PassionFeuer und Begeisterung unse­rer Winzer nähren unsere Leidenschaft und mögen auch Sie beseelen.
Preis(-leistung)Preis und Quali­tät eines Produktes haben in einem optimalen Verhältnis zu stehen. Doch
unvergessliche Weinerlebnisse sind mit Emotionen und Freude verbunden und lassen sich nicht rechnen. In Sachen Preis-Freude können auch «verrückte» (teure) Spezialitäten brillieren.
PromilleWer sich einen guten Tropfen gönnt, wird sich auch ein Taxi leisten können oder die Zeit für einen Spaziergang oder eine Bus-/Zugfahrt, sicherlich aber nicht eine von Promillen beeinfl usste Tragödie.
PunkteGewisse Qualitäten oder Präferenzen kann man in einer Skala ausdrücken. Aber Wein ist zu komplex, als dass man ihn allein mit Punkten bewerten könnte. Während der Eti­kettentrinker immerhin auf die Etikette achtet, beglückt den Punktetrinker allein eine Zahl.
SüsseKlebrig-süsse Billigweine haben den Ruf u.a. der deutschen Weine rui­niert. Echte Restsüsse in leichten Ries­lings oder in Sauternes ist aber ebenso wunderbar und edel wie eine als süss empfundene Frucht eines aus vollreifen Trauben gekelterten durchgegorenen (also trockenen) Weines.
SäureNiemand liebt sauren Wein, doch Säure ist willkommener Bestand­teil des Weines und der Harmonie, muss also nicht Beleg für Unreife sein.
TerroirFaszinierender, unübersetzbarer Begriff. Das Terroir beeinflusst die Rebe durch die Parameter Klima, Topographie, Geologie, Bodenbeschaffenheit/-leben. Die Wurzeln der Rebe bearbeiten aber auch über Jahrhunderte den Fels und «schaffen» sich ihren «eigenen» Boden... Zeit als Faktor für Weinkultur.
Trinkreife
Regeln können helfen, aber auch behindern. Weisheiten zur Trink­reife könnten Bibliotheken füllen, deshalb bloss: früher war die Chance grösser, dass ein Wein im Alter besser wird, heute ist es umgekehrt. Im Zweifelsfall trinke man einen Wein also lieber zu jung als zu spät. Wem ein Spitzen-Bordeaux bereits jung schmeckt, der muss keinesfalls dem Jugendkult verfallen sein. Grosse Weine präsentie­ren sich über ihr ganzes Leben reizvoll, geduldigen Sammlern bleiben jedoch unvergleichliche Erlebnisse mit brillanten alten Weinen vorbehalten.

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