Winzerbesuche - Alentejo 2012

Der Auftakt mit der Fahrt von Lissabon über die grandiose (18km lange!) Vasco-da-Gama-Brücke Richtung Südportugal und Algarve ist bereits atemberaubend. Dann wird es sanft und ruhig: eine einsame Landschaft in herrlichem Licht unter weitem Himmel verzaubern die Atmosphäre, man fühlt sich in einer anderen Welt.

Nach zwei Stunden treffen wir in Beja ein, die eine der zwei «weissen Städte» in der Nähe unserer Destination Vidigueira. Dieses hübsche Landnestchen, ebenfalls typisch ganz in Weiss mit farbigen Streifen um die Fensterrahmen, liegt an der Weinstrasse des Alentejo. Cortes liegt etwas ausserhalb und entpuppt sich als eine alte, wunderschöne Hacienda mit Palmen- und Zypressenallee, Orangenbäumen und einem belebten Teich mit einer Herde schnatternder Gänse. Zwischen Olivenbaumanlagen und Korkeichen eingebettet liegen die Rebberge, welche vor allem von den einheimischen Trauben Touriga Nacional und Aragonez (= Tempranillo und dem Syrah dominiert werden. Die Gegend ist heiss und trocken, von grosser Wichtigkeit ist, dass wie in der Wüste nachts die Temperaturen beträchtlich sinken. Im heissen Sommer immerhin unter 20 Grad, ideal für die Reben, die sich dann regenerieren können.

In ihr Gut haben sie sich Ende der 80er-Jahre «auf den ersten Blick» verliebt, quasi bei Null starteten sie, gingen immer ihren eigenen Weg: Cortes de Cima ist ein typischer Familienbetrieb, geführt von Hans Jorgensen und seiner kalifornischen Ehefrau Carrie, assistiert jetzt auch von der jungen Tochter Anna. Sie ist offensichtlich vom Wein fasziniert und dürfte die Lokomotive für die nächste Generation sein. Die Eltern, mutige Pioniere, machen allerdings noch gar nicht den Eindruck, sich bald auf den Lorbeeren ausruhen zu wollen...

Fazit nach einem prachtvoll sonnigen Tag und einer eindrücklichen Degustation: mit Cortes de Cima haben wir einen der führenden Produzenten Portugals an Bord, ein Alentejo-Spitzenbetrieb, und dabei hoch sympathisch. Nach dem abendlichen Besuch im pittoresken Evora mit herrlichen Spezialitäten im Restaurant Fialho steht die Rückreise bevor. Im «Gepäck» begeisternde Good News.