Martel schenkt ein

Rosa, pink und lachs — Rosé-Weine seziert und transferiert

Bernadette Schoenenberger | 13.04.2021 | Lesezeit ca. 3 Min. Rosa, pink und lachs — Rosé-Weine seziert und transferiert

Unbeschwerte Leichtigkeit, Erwachen und Erblühen, Versuchung, aber auch eine frische Brise verkörpern den Frühling und den Sommer und sind ebenso Inbegriff für Rosé-Weine.

Verführerische Natur

Rosa, pink und lachs begleiten uns ringsum. Die Natur erwacht in rosa, sinnlich die Kamelie, Kirsch- und Mandelblüte, zart die Tulpe, üppig und voll die Pfingstrose.  So ist es nicht verwunderlich, dass sie mit ihren rosaroten Blüten die Insekten verführen. Umgekehrt verführt das rosa-pinke Tierreich mit bezaubernden Vögeln. Reizend und prächtig sind sie, die Rosalöffler, Flamingos und Inka-Kakadus. Sogar Rosenquarz, Marmor, Granit und Sandstein können durch ihre Farbe weich und charmant wirken.

Rosé Blume Insekten Flamingo

Rosé-Wein genussvoll kombiniert

Genauso ist es mit den Rosé-Weinen. Sie können fragil, fast transparent und zart lachsfarben sein oder von intensivem Pink. Kombinieren Sie Rosé Ton in Ton. Rosé-Weine trumpfen wahrhaftig in der Vermählung mit asiatisch-orientalisch inspirierten Gerichten auf. Kombinieren Sie sie mit Granatapfel, frischen Feigen und Himbeeren. Setzen Sie mit roten Zwiebeln, Radieschen und mit der erdigen Rande pikante Kontraste. Zusätzlich bringen die unterschiedlichen Texturen Spannung ins Gericht. Einen fulminanten Auftritt feiert Rosato prickelnd mit Krustentieren, Pulpo und rosa Thunfisch oder zu herzhaftem Roastbeef.

Statt sich in der Provence in einem Lavendelfeld mit einem reichen Picknick zu vergnügen, werfen Sie ein paar Austern in die richtig heisse Glut. Nach wenigen Minuten öffnen sie sich und sind zum Genuss bereit. Der Duft von roten Beeren und die blumige Frucht harmonieren, dank der kaum spürbaren Gerbstoffe, hervorragend mit der Salzigkeit des Meeres. Cooles Pairing, easy drinking, lecker eating und doch ganz besonders.

Rosé-Wein Frühling

Rosa. Romantik vs. Männlichkeit.

Im heutigen westlichen Kulturverständnis verbinden wir rosa meist mit Weiblichkeit, Sanftheit und Romantik. Das war nicht immer so. Im Orient steht rosa noch heute für Männlichkeit. Genauso ist es bei den Rosé-Weinen. Auch da gibt es maskuline Typen. Manche Rosés, Rosato und Rosados verweilen länger auf der Maische, gewinnen dadurch an Struktur und präsentieren sich als lebendige Speisenbegleiter.

Lassen Sie uns pink und rosa psychologisch deuten. Lebensmittel dieser Farben geben sich verführerisch und süss. Die Farbe rosa ist eine Mischung aus weiss und rot. Weiss verkörpert Reinheit und Rot ist Sinnbild für Energie und Leidenschaft. Rosa beinhaltet also beides: Unschuld und Sinnlichkeit. Das ist die Verlockung des Rosés. Und ist er dann auch noch fein schäumend, erquickt er mich besonders.

Eine Befragung zu Farbassoziationen zeigt, dass die grosse Mehrheit der Befragten die Farbe Rosa mit Zartheit und Zärtlichkeit, Weichheit, Charme und Höflichkeit, aber auch Optimismus, Erfreulichem und Positivem verbindet. Eine Minderheit, hauptsächlich männliche Befragte, bringt die Farbe mit Hilflosigkeit und Schwäche in Verbindung. Last but not least wirkt auf viele die Farbe verklärt und träumerisch. Diese Liaison kann also den Rosés nur Charme verleihen.

Rosé ist populär wie nie zuvor

Lange ist es her, dass Rosé-Weine ganz allgemein als Synonym für minderwertig, charakterlos und günstig galten. Die Rosé-Weinbereitung hat an Aufmerksamkeit gewonnen und die Qualitäten haben vielerorts grosse Sprünge gemacht. Somit lässt sich diese Assoziation in die Vergangenheit transferieren. Rosé ist derzeit populär wie nie zuvor.

Geben wir uns freudig hin dem vie en rose und geniessen die Leichtigkeit des Seins, vivent les Rosés. Santé.