Martel schenkt ein

Wenn aus Verkäuferinnen in Weinläden «Vermittlerinnen der Weinkultur» an «Weinbegegnungsorten» werden

Thomas Griesser Kym | 29.09.2021 | Lesezeit ca. 2 Min. Wenn aus Verkäuferinnen in Weinläden «Vermittlerinnen der Weinkultur» an «Weinbegegnungsorten» werden

Von der Schule in die Wirtschaft: Sechs Studierendenteams der Ostschweizer Fachhochschule sind für ihre Praxisprojekte ausgezeichnet worden. Ganz an die Spitze schafften es junge Leute mit ihren Projekten für die Gebäudeversicherung St.Gallen und Zur Rose Suisse. Ausserdem debattierten gestandene Wirtschaftsleute über die Zukunft des Handels.

Seit 145 Jahren ist Martel im Weingeschäft tätig. Die Digitalisierung hat vieles geändert. So lancierte der St.Galler Weinhändler Mitte der 1990er-Jahre den ersten Online-Weinshop in Europa, wie Geschäftsführer Jan Martel am Montagabend in der St.Galler Tonhalle an der Ver­gabe des WTT Young Leader Award der Ostschweizer Fachhochschule OST sagte.

Die Digitalisierung hat auch den stationären Handel verändert. Martel spricht nicht mehr von Läden und Weinverkäuferinnen, sondern von «Weinbegegnungsorten» und von «Vermittlerinnen der Weinkultur». Oder: «Erlebniswelten» mit Personal in der «Gastgeberrolle und persönlicher Beratung», wie Martel im Gespräch mit Moderator und «Tagblatt»-Chefredaktor Stefan Schmid sagte. Die Rechnung mit solchen stationären Läden gehe dann auf, wenn digitale Elemente in sie integriert werden.

Vorteile lokaler Detaillisten

Danach gesellten sich Heidi Bösch, Personalchefin der Mi­gros Ostschweiz, Martin Knöpfel, Direktor Wirtschaftsprüfung PwC, und der Thurgauer Leiter des Amts für Wirtschaft und Arbeit, Daniel Wessner, dazu. Ihr Tenor: Online bietet viele Vorteile: Einkaufen jederzeit und überall, grosse Auswahl, hohe Transparenz.

Und doch hat der stationäre Handel Chancen, gerade auch lokal: Trümpfe seien regionale Produkte, persönliche Services, Frische (gerade bei Lebensmitteln), Qualität und kurze Distanzen. Zudem, so Wessner: «Gerade nach dem Lockdown treffen sich die Leute wieder, gehen hinaus, trinken einen Kaffee statt nur am Bildschirm zu sitzen.»

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