Import-Kontingente
Unsere Meinung

Jan Martel über die geplante Importkontingentsregelung

«Die Falschen würden profitieren»

Am 18. Juni entscheidet der Bundesrat, wie er den Import von Wein künftig regeln will. Ziel eines neuen Vorstosses ist ein besserer Schutz der Schweizer Winzer. Demnach sollen Weinhändler wie wir künftig ausländische Weine nur noch über Kontingente vornehmlich von grossen Schweizer Kellereien beschaffen können. Jan Martel ist überzeugt: Der Wettbewerb würde dadurch klar behindert.

«Zwei Drittel der in der Schweiz konsumierten Weine kommen aus dem Ausland. Diese Auswahl und Vielfalt trugen entscheidend dazu bei, dass der Schweizer Wein in den letzten Jahren immer besser geworden ist. Ich bin Fan von Schweizer Wein! Hiesige Winzerinnen und Winzer, die sehr gute und gefragte Weine produzieren, haben denn auch kein Problem, ihre Produkte zu verkaufen. Im Gegenteil: Ihre Weine sind bei uns im Nu weg.

Unterstützung für die Grossen?

Allerdings fühlen sich viele, dem Anschein nach massgeblich Westschweizer Grosskellereien, von der ausländischen Konkurrenz bedroht. Natürlich auch deshalb, weil der Markt wegen des rückläufigen Weinkonsums kleiner wird. Das Departement von Bundesrat Guy Parmelin, einem ehemaligen Winzer, versucht nun offenbar, der lokalen Weinindustrie mit einer neuen Regelung der Importkontingente unter die Arme zu greifen.

Weinmarkt abschotten

Heute können Schweizer Weinhändler pro Jahr 170 Millionen Liter Wein zu einem vergünstigten Zoll importieren, wobei diese Menge bisher nie ausgeschöpft wurde. Nun schlägt das Departement Parmelin in einer Vernehmlassung vor, dass nur noch jene Unternehmen ein Importkontingent erhalten sollen, die Schweizer Trauben einkaufen und selbst keltern. Winzer, die eigene Trauben keltern, sollen gemäss meinen Informationen kein Importkontingent erhalten.

Ich frage mich: Weshalb sollen augenscheinlich ausgerechnet jene, die nicht zwingend für höchste Qualität bekannt sind, diesen Machthebel und Zugang zum Geldtopf erhalten? Unter uns gesagt: Vielleicht erkennen wir daran, wer die Idee der neuen Regelung entworfen haben könnte – also woher der Wind weht. Wenn schon, bin ich der Meinung, sollte dieses Instrument in der Hand des Staates liegen und nicht in jener eines Marktteilnehmers.

Steine in den Weg gelegt

Selbstredend bin ich auch deshalb gegen die neue Regelung, weil sie für uns Händler mit unnötig hohem administrativem Aufwand und zusätzlichen Kosten verbunden wäre. Konkret müssten wir teure Importkontingente von Kellereien kaufen. Für uns als Qualitätsweinhändler ohne Massenware wären die Zusatzkosten pro Flasche zwar tragbar, aber mehr als ärgerlich.

Es ist also klar wie Chasselas: Wir müssen uns gegen diese Wettbewerbsverzerrung wehren. Ich danke für die Unterstützung.»

Eine Möglichkeit zum Protest gegen die neue Importregelung bietet diese Petition.