Was ist der Jahreszyklus der Rebe?
Dieser Jahreszyklus zeigt, wie die Rebe im Rhythmus der Natur arbeitet und sich jedes Jahr neu entfaltet. Sie durchlebt folgende Phasen in einem Jahr:
- Winterruhe
- Rebschnitt
- Austrieb
- Blüte
- Fruchtansatz
- Grünlese
- Reife
- Ernte
Nachfolgend erfahren Sie mehr dazu. Im beliebten Weinkurs Basic lernen interessierte Weingeniesser noch viel mehr über die äusseren Einflüsse im Rebberg: Klima, Wetter, Bodenbeschaffenheit, Reberziehung, etc.

Winterruhe
Im Winter kehrt Stille im Rebberg ein. Nach dem Blattfall sammelt die Rebe ihre Energie in Holz und Wurzeln, das Wachstum ruht. Kälte und Frost sind in dieser Phase kein Problem, im Gegenteil: Sie stärken das Holz und verringern den Schädlingsdruck.

Rebschnitt
Jetzt ist die Zeit für den Rebschnitt. Alte Triebe werden entfernt, damit neue wachsen können. Dieser Eingriff ist Grundlage für die kommende Saison. Ein entscheidender Schritt, um Ertrag zu steuern und Qualität zu sichern.

Austrieb
Mit dem Frühling erwacht die Rebe. Knospen öffnen sich, erste grüne Blättchen erscheinen. Rasch entwickeln sich die jungen Triebe und schaffen die Basis für Blätter und Blüten. Der neue Vegetationszyklus beginnt.

Blüte
Aus den Knospen entstehen unscheinbare Blüten. Meist bestäuben sie sich selbst, unterstützt durch Wind und Insekten. In dieser sensiblen Phase entscheidet sich, wie viele Beeren pro Traube heranwachsen. Witterungseinflüsse prägen den Fruchtansatz und damit den späteren Ertrag.

Fruchtansatz
Ein entscheidender Moment. Nach der Blüte wird klar, wie ergiebig die Lese ausfallen wird. Denn nur ein Teil der Blüten entwickelt sich zu Beeren, abhängig von Wetter und Nährstoffversorgung. Wärme und Trockenheit fördern den Ansatz, Regen und Kälte hemmen ihn. Der Fruchtansatz beeinflusst nicht nur die Menge der Trauben, sondern auch deren Konzentration und Aromatik.

Grünlese
Freiwilliger Verzicht für eine bessere Zukunft. Bei der Grünlese entfernen Winzerinnen und Winzer einen Teil der Trauben, noch bevor sie reifen. Sie sehen den Eingriff nicht als Verlust, sondern als Investition in die Qualität. Die verbleibenden Beeren werden besser versorgt, gewinnen an Intensität, Reife und Balance. Gleichzeitig verbessert sich die Durch- lüftung der Trauben, was gut ist gegen Fäulnis.

Reife
Nach dem Farbwechsel setzt die physiologische Reife ein: Zucker steigt, Säure sinkt, Aromen entfalten sich, die Gerbstoffe werden geschmeidiger. Entscheidend ist die Balance. Die sogenannte phenolische/geschmackliche Reife bestimmt den Charakter und die Qualität des Weins.

Ernte
Der richtige Zeitpunkt der Lese ist der letzte kritische Schritt im Rebbau. Die Trauben sollen richtig schön reif sein, das heisst genügend süss und auch aromatisch/phenolisch voll entwickelt. Gleichzeitig muss das Erntewetter passen. Regen verwässert den Most. Winzerinnen und Winzer stehen manchmal vor grossen Entscheidungen: Lieber etwas zu früh ernten, um dem Unwetter zuvorzukommen, oder abwarten und der Qualität willen einen grösseren Schaden riskieren?

Während in den Rebbergen die Trauben gedeihen, geniessen wir die Weine vergangener Jahrgänge.

Gerne geben wir unser Weinwissen weiter. Mit den Martel Weinkursen Basic und Deep Dive vermitteln wir Freude am Wein.