Martel Moments
Martel-Williams mit Birne erobert Amerika

Martel-Williams mit Birne erobert Amerika

August 2026 | Lesezeit 2 Min.

Martel geriet Ende der 1950er Jahre in den Strudel der amerikanischen Bürokratie. 1959 wurde Williams aus dem Wallis mit der Birne in der Flasche in den USA zu unserem überraschenden Exporthit. Doch kurz darauf stoppte der amerikanische Zoll die Einfuhr. Ein persönlicher Eid beim US-Generalkonsulat in Zürich brachte die spektakuläre Wende.

In Kürze

  • Martel exportierte Williams mit Birne bis nach New York
  • 30’000 Dollar Busse wegen angeblich falscher Deklaration drohten
  • Ein Eid rettete die Lieferung vor dem endgültigen Aus

Die Birne in der Schnapsflasche

Eine Birne in der Schnapsflasche, das war Ende der 1950er-Jahre eine kleine Sensation. 1959 entdeckte der amerikanische Importeur J. Schapiro von der Excelsior Merchandising Corp. bei Martel den «Pear Brandy» mit eingewachsener Birne und bestellte gleich 600 Flaschen. Trotz Frost, der fast die Hälfte der Früchte zerstörte, konnten rechtzeitig 288 Flaschen mit Birne sowie weitere 600 Flaschen Williams ohne Birne im Glas nach New York verschifft werden.

Höhenflug und harter Aufschlag

Der Erfolg des «Pear Brandy» aus der Schweiz war in den USA überwältigend. Es folgte rasch eine weitere Bestellung über 6’000 (!) Flaschen. Doch dann kam der Schock. Die amerikanischen Behörden erklärten den Brandy für falsch deklariert und warfen dem Importeur vor, das Destillat sei künstlich aromatisiert. Es drohten Bussen von rund 30’000 Dollar und jahrelange Rechtsstreitigkeiten. Sämtliche Gutachten aus der Schweiz, selbst von kantonalen Chemikern und Bundesstellen, blieben wirkungslos.

Rettung naht

Der amerikanische Anwalt schlug vor, dass die Verantwortlichen persönlich unter Eid bestätigen sollten, dass der Williams unverfälscht und naturrein hergestellt wurde. Im US-Generalkonsulat in Zürich legten zuerst der Walliser Destillateur und anschliessend ein Martel-Mitarbeiter die Hand auf die Bibel und schworen die Echtheit des Produkts. Wenig später kam die erlösende Nachricht aus Washington: Das Verfahren wurde eingestellt.

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