Der Grabenkeller: Ein verborgenes Stück der Martel-Weingeschichte
Seit den 1980er-Jahren betreibt Martel am Stadtrand von St.Gallen ein zeitgemässes Weinlager. Was man heute kaum mehr weiss: Vorher schlug das Herz des Unternehmens während Jahrzehnten mitten im Zentrum der Stadt. Im sogenannten Grabenkeller lagerten Hunderttausende Flaschen Wein.
In Kürze
- 135 Meter langer, historischer Keller im Zentrum von St.Gallen
- Jahrzehntelang wichtiger Lagerort von Martel
- Heute modernes Weinlager in Neudorf mit über einer Million Flaschen
Wo einst die Lok zischte
Als mit dem Bau eines Eisenbahntunnels durchs Zentrum der Stadt St.Gallen ein Gewölbe unter der Grabenstrasse entstand, fand sich 1915 mit Martel rasch ein Mieter. Der 135 Meter lange Grabenkeller wurde zum Zentrum des Unternehmens. Auf rund 800 Quadratmetern lagerten etwa 100’000 Liter Wein in Holzfässern sowie rund 300’000 Flaschen. Der Keller war damit das damalige Herzstück der Martel-Weinwelt und ein Symbol für den wachsenden Weinhandel in St.Gallen.
Weinlager und Treffpunkt
Der Grabenkeller diente nicht nur als Lager. Martel empfing dort auch Gäste. Im Oktober 1915 besichtigten St.Galler Gemeinderäte den eindrücklichen Keller, degustierten Weine aus der Waadt, dem Wallis und Frankreich und liessen den Abend singend ausklingen: «Im tiefsten Keller sitzen wir…». Der Grabenkeller war damit gleichzeitig Lager, Degustationsraum und Visitenkarte des Unternehmens.
Von der Altstadt ins Neudorf
1951 zog Martel aus dem Grabenkeller aus. Heute lagern die Weine unter modernsten Bedingungen im Lager in St.Gallen Neudorf. Mehr als 1,3 Millionen Flaschen finden dort Platz. Die Dimensionen haben sich verändert, der Anspruch ist derselbe geblieben: Wein sicher sowie unter besten Bedingungen lagern und sorgfältig an unsere Weinfans weitergeben. Der historische Grabenkeller markiert den Anfang dieser bis heute gelebten Martel-Tradition.
