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Martel findet «Gold in Kalifornien»

Martel findet «Gold in Kalifornien»

August 2026 | Lesezeit 3 Min.

Heute gehören das Napa Valley und Sonoma zu den berühmtesten Weinregionen der Welt. Vor wenigen Jahrzehnten war das noch ganz anders. Martel erkannte das Potenzial früh. Bereits 1963 reiste Erich Martel in die USA und importierte als europäischer Pionier kalifornische Weine in die Schweiz. 1981 setzten seine Söhne Ludwig und Wolfram ein weiteres Ausrufezeichen: Mit einer spektakulären Präsentation von 40 Spitzenweinen aus Kalifornien sorgten sie in der Schweizer Weinwelt für grosses Aufsehen.

In Kürze

  • Erste Importe von US-Weinen in die Schweiz
  • Frühe Präsentation von 40 kalifornischen Spitzenweinen in Zürich
  • Führende Adresse für beste US-Weine in der Schweiz

Kalifornien? Das kann doch kein Spitzenwein sein.

Mit diesem Vorurteil hatte Martel lange zu kämpfen. Während Bordeaux, Burgund und die Toskana längst etabliert waren, wurden kalifornische Weine in Europa oft belächelt. Davon liess sich Martel nicht beirren. Bereits seit den 1960er-Jahren pflegte das Familienunternehmen enge Beziehungen zu den führenden Weingütern im Napa Valley und gehörte somit zu den ersten Importeuren kalifornischer Qualitätsweine in Europa.

Pressestimmen aus den USA

Zeitenwende Judgement of Paris

Das sogenannte «Judgment of Paris 1976» bedeutete dann einen Wendepunkt. Bei dieser prominent besetzten Degustation siegten kalifornische Weine völlig überraschend gegen französische Konkurrenten. Eine Sensation und der Durchbruch für amerikanische Weine in Europa.

Ein starkes Zeichen für US-Weine

Am 11. März 1981 präsentierte Martel der Schweizer Fachwelt und den Medien im Dolder Grand Hotel in Zürich erstmals 40 erstklassige kalifornische Weine. Walter Schug, Winemaker von Joseph Phelps Vineyards, reiste extra aus Kalifornien an und kommentierte die Degustation persönlich. Selbst der amerikanische Botschafter Richard D. Vine liess sich den Anlass nicht entgehen.

Degustation mit grosser Wirkung

Der Event sorgte für ein aussergewöhnliches Echo und stärkte den Ruf von Martel als Pionier für kalifornische Spitzenweine. Symbolisch dafür steht ein Gruppenfoto mit Weinlegenden wie Mike Grgich, Joseph Heitz, der bereits genannte Walter Schug, Bruce Neyers und Charles Wagner von Caymus.

Goldgräber

«Schweizer Weinhändler fand ‘Gold’ in Kalifornien», titelte der SonntagsBlick am 22. März 1981. Und tatsächlich: Die US-Weine entwickelten sich zu einem Verkaufsschlager bei Martel, die schon bald 10% des Umsatzes ausmachten. Bis heute steht Martel für vielfältige Weinkultur. Dabei gilt noch immer der selbst gesetzte Anspruch: Beste Weine aus den besten Weinregionen.

USA-Sortiment heute